Ansprache von Albert Keller zur HV 2026 (Der Download der Originalrede befindet sich am Artikelende)

Da unser Freund Albert Keller leider nicht persönlich anwesend sein konnte, hat Rainer Wolfer freundlicherweise die Ansprache für ihn verlesen. Dir Rainer, vielen Dank!

Jahres-Hauptversammlung SV Nufringen am 17. April 2026

Aus persönlichen Gründen, meine Stimme versagt mir den Dienst, lasse ich den Bericht aus meiner Feder durch einen mir liebgewordenen ehemaligen Athleten aus den Anfangsjahren unserer Leichtathletik-Abteilung vortragen.

Liebe SV'ler,

viele von euch können sich sicher noch daran erinnern, dass ich bei meinen Schlussworten bei den jährlichen Hauptversammlungen sehr oft daran erinnert habe, dass der SVN nicht nur eine Zukunft, sondern auch eine Vergangenheit hat.

Ich habe versucht, im Rhythmus von fünf Jahren den Werdegang des Vereins nachzuvollziehen. Vor 105 Jahren begann alles.

1921, am 13. August, beschlossen 20 junge Männer den Sportverein Nufringen zu gründen.

1927 war der erste Sportplatz in Eigenarbeit mit Pickeln, Schaufeln und Schubkarren ausgebaut und planiert worden.

1931, 1936, 1941 – von diesen Jubiläen ist nur bekannt, dass Pokalturniere und leichtathletische Wettkämpfe stattfanden.

1946 wurde bei der amerikanischen Militärregierung der Antrag gestellt, wieder Fußball und Leichtathletik betreiben zu dürfen. Im gleichen Jahr kam es zur Gründung einer Frauenhandball-Mannschaft, die aber 1949 mangels Nachwuchs wieder aufgelöst wurde.

1951 B-Klassen-Meisterschaft mit 99 Toren. Die Aufstiegsspiele wurden knapp verpasst.

1955 wurde der untere Platz erworben und zum Hartplatz ausgebaut.

1961 Zum 40-jährigen Jubiläum wurde das Vereinsheim eingeweiht.

1971 Mit der Gründung der Abteilung Leichtathletik wurde ein neues Kapitel Vereinsgeschichte aufgeschlagen.

Der Neubau des Hartplatzes brachte den Verein 1971 in finanzielle Schwierigkeiten, und er stand kurz vor dem Aus. Der Vorstand trat zurück, der Ältestenrat unter Wilhelm Bengel übernahm kommissarisch die Führung. Aus diesen Gründen wurde das 50-jährige Jubiläum auf 1972 verschoben und mit einem großen Festwochenende nachgefeiert.

Dafür stand dann 1981 ein größeres Fest an. Das Waldstadion mit seiner 400-Meter-Bahn wurde rechtzeitig zum 60-jährigen Jubiläum fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben.

1991 wurde der Erweiterungsbau des Vereinsheims seiner Bestimmung übergeben.

1996 Große Sportwoche: Der Sportverein wird 75 Jahre alt. Der VfB Stuttgart spielt in Nufringen gegen den SV Nufringen und gewinnt mit 0:14.

2006 Planungsbeginn für den Multifunktionsraum mit Dusch- und Umkleideräumen.

Wenn meine Rückschau hier endet, heißt das nicht, dass nichts geschehen wäre in den späteren Jahren. Mir ging es darum, an Zeiten zu erinnern, die für den Großteil von Euch nur ferne Vergangenheit sind.

In all den Jahren zwischen den Jubiläen hat sich der Verein weiterentwickelt, hat sich für andere Sportarten geöffnet, sich modernisiert und an die Erfordernisse der Zeit angepasst. Er hat Höhen und Tiefen überwunden und immer wieder Leute gefunden, die bereit waren, auch über längere Zeit Verantwortung zu übernehmen.

Diesen allen möchte ich noch einmal Danke sagen – für die vielen Stunden, die sie dem SVN geschenkt haben.

Liebe Freunde,

es war nicht immer leicht, Entscheidungen zu treffen. Die Kritiker sitzen normalerweise in der zweiten Reihe; aus der Distanz ist alles viel leichter und einfacher. Die vielen Helfer im Hintergrund, die „Heinzelmännchen“, sind meist diejenigen, die dem Verein das Leben und Überleben garantieren. Darum möchte ich auch sie noch einmal gesondert ins Rampenlicht stellen. Was wäre der Verein ohne diese „Mainzelmännchen“?

Der gesamten Vorstandschaft möchte ich – sicher auch in Eurem Namen – für die viele Mühe und Arbeit noch einmal Danke sagen.

Der ehemalige Oberbürgermeister von Stuttgart, Manfred Rommel, hat es einmal auf den Punkt gebracht mit den Worten:

„Ehret die Alten, bevor sie erkalten.“

Liebe Mitglieder,

mit diesem Bericht beende ich viele Jahre Schlusswort bei der Hauptversammlung und wünsche Euch allen für die Zukunft alles Gute.

Und denkt nicht:

„Der Verein wird's schon machen.“

Den Verein gibt es nämlich nicht – der Verein seid Ihr.

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